oO°wortklau[b]erei

Freitag, 20. Juni 2008

Heimat

Und niemand weiß


Indessen laß mich wandeln
Und wilde Beeren pflücken
Zu löschen die Liebe zu dir

An deinen Pfaden, o Erd'

Hier wo ---
und Rosendornen
Und süße Linden duften neben
Den Buchen, des Mittags, wenn im falben Kornfeld
Das Wachstum rauscht, an geradem Halm,
Und den Nacken die Ähre seitwärts beugt
Dem Herbste gleich, jetzt aber unter hohem
Gewölbe der Eichen, da ich sinn
Und aufwärts frage, der Glockenschlag
Mir wohlbekannt
Fernher tönt, goldenklingend, um die Stunde, wenn
Der Vogel wieder wacht. So gehet es wohl.


Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Samstag, 1. Dezember 2007

the rose

some say love it is a river
that drowns the tender reed
some say love it is a razor
that leaves your soul to bleed
some say love it is a hunger
an endless aching need
I say love it is a flower
and you its only seed

it's the heart afraid of breaking
that never learns to dance
it's the dream afraid of waking
that never takes the chance
its the one who won't be taken
that cannot seem to give
and the soul afraid of dying
that never learns to live

when the night has been too lonely
and the road has been too long
and you think that love is only
for the lucky and the strong

just remember in the winter
far beneath the bitter snows
lies the seed that with the suns warmth
in the spring becomes the rose

(Bette Midler)

Dienstag, 18. September 2007

Dämmergang

Du lebst meerüber
In blauer Ferne
Und du besuchst mich
Beim ersten Sterne.

Ich mach im Felde
Die Dämmerrunde,
Umbellt, umsprungen
Von meinem Hunde.

Es rauscht im Dickicht,
Es webt im Düster,
Auf meine Wange
Haucht warm Geflüster.

(...)

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

vielleicht auch nur die erste strophe

Freitag, 7. September 2007

Persisches Heliotrop

(...)
Denn sieh: wie süße Worte nachts in Sätzen
beisammenstehn ganz dicht, durch nichts getrennt,
aus der Vokale wachem Violett
hindüftend durch das stille Himmelbett -:

so schließen sich vor dem gesteppten Laube
deutliche Sterne zu der seidnen Traube
und mischen, daß sie fast davon verschwimmt,
die Stille mit Vanille und mit Zimmt.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Samstag, 28. April 2007

Mit den Armen nackt wie ihr Gewissen

Mit den Armen nackt, wie ihr Gewissen,
Liegt die Liebste in den Kissen, in den weißen.
Frühling hat die Fenster aufgerissen,
Sonne rollt den Leib den frühlingsheißen.
Mit der Lust von schönen wilden Tieren
Kommt die Sonne breit auf allen Vieren,
Sonne hat für meine Liebste Zeit;
Wie die Katzen liegen sie beisammen,
Wie die Katzen, deren Haare Funken flammen.

Max Dauthendey (1867-1918)


wollte ich schon lange gepostet haben. auf dauthendey stehe ich halt einfach =)

Sonntag, 25. Februar 2007

Buckow, Geraschel

(...)

Und fein ist der Abend

Doch dann kommt die Früh

Schattiert
übers Wasser gezogen
ein kühler Rauch

(...)

Achim Wagner (*1967)

Mittwoch, 10. Januar 2007

Aus!

(...)
Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du.
Jeder sucht seine Zukunft. Und geht mit stockendem Fuß,
vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und Gruß
    in ein fernes Land.

Tucholsky (1890-1935)

(aber zukunft ist auch immer hier und heute)

Samstag, 16. Dezember 2006

Purpur

(...)

Unklar ist es im Dunkeln, ob wir fallen oder liegen
oder längst versunken sind. Es bleibt uns wenig.

Wir reißen Tage einen nach dem anderen herunter,
bis zum Vorhang, an dem wir uns begegnen,
an dem wir enden, endlos werden:
zwei Silberstreifen eingenäht in Samt,
zwei Wellen, die sich nicht berühren,
zusammen und allein und dennoch eins.

Marjana Gaponenko (*1981)

Sonntag, 12. November 2006

Ich will alleine...

Ich will alleine über die Berge gehn,
und keiner soll von meinen Wegen wissen;
denn wer den Pfad zu meinen Höhn gesehn,
hat mich von meinen Höhn herabgerissen.
Ich will alleine über die Berge gehn,
mein Lied soll ungehört am Fels verklingen,
und meine Klage soll im Wind verwehn; -
nur wer dem eignen Herzen singt, kann singen; -
nur wer dem eigenen Herzen klagt, kann klagen;
nur wer das eigne Herz erkennt, kann sehn. -
Hinauf zu mir! Ich will der Welt entsagen,
und will alleine über die Berge gehn.

Erich Mühsam (1887-1934)

Sonntag, 29. Oktober 2006

Ich muß an das Meer denken ...

Ich muß an das Meer denken, wenn ich deine Augen sehe ... an das Meer ... Sonntag morgens!

      Durchsichtig bis zum Sandgrund wiegt es sich zum Strand, mit glasklarhellen Wellen, und wie leises Glockenklingen singt es über seine blaue sonnenfrohe Stille und weiße Schiffe ziehn am Horizont, gleich lichten Träumen in die Ferne suchend ...

(...)

Cäsar Flaischlen (1864-1920)
aus: Von Alltag und Sonne

[i shall b free no. 1o]

Well, I set my monkey on the log And ordered him to do the Dog He wagged his tail and shook his head And he went and did the Cat instead He's a weird monkey, very funky. dylan

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